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Zahnprobleme Hilfe.. mein Pferd geht nicht durchs Genick.. verwirft sich,..sperrt, ..frißt nicht gut, etc. Diese Bemerkungen hört man in nahezu jedem Reitstall. Welche Probleme können Pferde denn an den Zähnen haben? Junge Pferde können Probleme beim Zahnwechsel haben. Die neuen Zähne möchten raus und die Milchzähne sitzen noch recht fest. Bei den Schneidezähnen kann so etwas dazu führen, das die nachwachsenden bleibenden Zähne hinter den Milchzähnen vorschieben und schief wachsen bzw. die Milchzähne so nach vorn gedrückt werden, das die Schleimhaut ständig gereizt wird und das Pferd schlecht frißt. Wenn die Milchzahnkappen der Backenzähne fest auf den nachschiebenden Backenzähnen sitzen, schieben die permanenten Zähne ihre Wurzeln in Richtung Kieferknochen. Bei manchen Pferden bilden sich dann sogenannte "Bumps" oder "Knäste" (harte Beulen an der Unterkieferseite oder am Oberkiefer). Ein Zahn der sozusagen in die falsche Richtung drückt, wird sehr unangenehm sein.. Oftmals stecken noch kleine Milchzahnsplitter in der Schleimhaut fest und können pieksen oder das Zahnfleisch entzünden Wenn der Zahnwechsel komplett vollzogen ist (ab etwa sechs Jahren) können die schon beschriebenen Schärfen an den Backenzähnen zu Schmerzverhalten führen. Da die Oberkieferleiste bei den Pferden breiter als der Unterkiefer ist, entstehen die Schärfen bei eingeschränkter Mahlfunktion am Oberkiefer an den Außenseiten und am Unterkiefer an den Innenseiten der Zahnreihen. Die Schärfen am Oberkiefer außen kann man mit den Zinken eines Brotmessers vergleichen. Fühlen Sie mal von außen an den Backenzähnen Ihres Pferdes entlang. Spüren Sie die Riefen? Nun denken Sie die dicke Schleimhaut und das Fell weg... Wundert es da, wenn sich Pferde gegen das zuschnallen von Sperriemen wehren bzw. bei zugeschnalltem Sperriemen gegen die Hand gehen? Ich habe nichts gegen die Verwendung von Sperriemen, wohl aber die Pferde, die unter scharfkantigen Backenzähnen leiden. Bei den Pferden bei denen Haken an den ersten oder letzten Backenzähnen entstehen ist die Vor- und Rückwärtsbewegung des Unterkiefers eingeschränkt. Dies führt über kurz zu Kiefergelenksschmerzen. Ein Pferd mit Kiefergelenksschmerzen kann nicht losgelassen im Sinne der Ausbildungsskala laufen. Es wird immer versuchen sich zu entziehen, sei es durch Kopfschlagen, verwerfen oder festbeißen am Gebiss. Ein lockeres Annehmen des Gebisses und kauen wird nicht möglich sein.. Neben den bislang erwähnten Schärfen, Haken und Wolfszähnen haben viele Pferde verkippte Backenzähne. Gerade bei Spezialrassen (Araber, Quarter oder Endmaßponies mit feinem Köpfchen) ist der Kiefer so eng, das die Zähne oftmals nicht genügend Platz auf der Zahnleiste haben und sich seitlich nach außen oder innen verkippen. Solche verkippten Zähne werden entsprechend schief abgenutzt. Ebenso können Zähne splittern (z.B. durch Steine) oder Futterreste bohren sich in das Zahnfleisch und entzünden sich zu schmerzhaften Zahnfleischtaschen. (Schärfen rechts oben mit Verletzung der Backenschleimhaut und Haken am vorderen Backenzahn) (Schärfen an den Backenzähnen unten links zur Zunge) Bei alten Pferden wachsen die Zähne nicht mehr nach sondern schieben sich langsam (2 - 3 mm jährlich) aus dem Zahnfach. Irgendwann sind die Zähne so abgenutzt, das das Pferd auf den rausschiebenden Wurzelsträngen kaut und diese dann brechen. Durch die kürzer werdenden Backenzähne verändert sich der Bisswinkel der Schneidezähne sehr stark, die Riffelstruktur der Backenzähne verschwindet und wird glatt (Glatze). Auch alte Pferde mit dermaßen abegnutzten Zähnen oder mit vielen bereits verlorenen Zähnen können noch gut ernährt werden. Das Futter muß entsprechend umgestellt werden so das die alten Pferde nur noch weiche Strukturen (eingeweichte Heucobs, Mash, Quetschhafer etc.) bekommen. Selbst relativ zahnlosen Pferden macht es noch Spaß auf der Weide Gras abzurupfen, es auszulutschen und in Bollen aus dem Maul rutschen zu lassen. Die Grundernährung muß dann per "Seniorenbrei" gesichert werden. Ein fast 40 Jahre altes Pony, das auch mit stark reduziertertem Zahnbestand noch munter am Gras knabbert. Die Grundernährung wird durch eingeweichtes Seniorenmüsli, Heucobs und Mash gesichert. folgende Probleme sind möglich: Die Schneidezähne sind zu lang, schief abgenutzt oder weisen einen Über-/ Unterbiss auf bei gleichzeitig falscher Winkelung der Kontaktfläche auf Die Backenzähne haben scharfe Kanten (am Oberkiefer außen und am Unterkiefer innen), Wellen oder Stufen in der Mahlfläche, Haken am ersten oder letzten Backenzahn, verkippte (schief gestellte) oder sogar Meißelzähne (wenn der Gegenspieler fehlt schieben sich die Zähne "ungebremst" in den Gegenzahnraum und werden extrem lang) Wolfszähne sind in der Gebisslage vorhanden oder als sogenannte "blinde" Wolfszähne dicht unter der Schleimhaut "versteckt" Die Hengstzähne sind zu lang, scharfkantig, abgebrochen oder als fleissige Zahnsteinsammler aktiv gleichtzeitig können - Wunden/ Entzündungen in der Maulschleimhaut durch Schärfen an den Zähnen oder Fremdkörper (Futterreste, Grannen) auftreten - Zähne verloren, abgebrochen oder faul sein - überzählige Zähne vorhanden sein - die Zähne mit Zahnstein am Schleimhautübergang versetzt sein | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||